Triumph Speed Triple 955 Ersatzteile

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CHF 11.22

Triumph Speed Triple 955 Ersatzteile – Vom T509-Urknall bis zum radialen Big-Bore-Brüller

Als Triumph 1997 den Speed Triple T509 präsentierte, war klar: Die Briten wollten nicht länger nur an vergangene Glanzzeiten anknüpfen – sie wollten sie neu definieren. Ein grazil gelöteter Aluminium-Brückenrahmen, doppelte Rundscheinwerfer mit Street-Fighter-Attitüde und ein flüssiggekühlter Dreizylinder, der von der Daytona abstammte, gaben dem Neo-Naked-Bike ein eigenständiges Profil zwischen italienischer Leichtfüßigkeit und japanischer High-Tech-Zuverlässigkeit. Ab 1999 brachte Triumph mit der Speed Triple 955i einen Big-Bore-Ableger, der dank Sagem-Einspritzung 118 PS in den Asphalt kloppte und bis 2004 stetig verfeinert wurde. Über zwanzig Jahre später sind diese Triple-Ikonen gesuchte Klassiker – solange die Versorgung mit Triumph Speed Triple 955 Ersatzteilen stimmt. Dieser Leitfaden liefert 3 000 Wörter voller Fakten, Wartungstipps und Teile-Know-how für alle Generationen inklusive der eng verwandten Daytona 955i.

1 | T509 (1997–1998) – Der 885-cm³-Ur-Injection-Triple

Interner Typencode T509 kennzeichnet zwei Jahrgänge, die zwar „955“ im Namen noch nicht kannten, aber den Weg dorthin ebneten. Der 885-cm³ Dreizylinder (76 mm × 65 mm) erhielt als erster Triumph-Serienmotor eine voll­sequentielle Sagem-Einspritzung, gesteuert von einer 16-Bit-ECU. Leistung: 108 PS, Drehmoment: 82 Nm. Fahrfertiges Gewicht: 207 kg – für die 90er sensationell wenig. Kernteile, die heute über Originalverbleib oder Aftermarket-Qualität entscheiden:

Kolbenringsatz Ø 76 mm – Triumph T1105010

Einspritzdüsen Bosch 0280 155 712 – Flow 240 cc@3 bar

TPS-Sensor Sagem POT 001 – Spannung 0,60 V Leerlauf

Showa-Gabeldichtringe 45 × 57 × 11 – NOK ARI 053

Typische Schwachstellen: 40-Ampere-Regler hinter der Batterie kocht bei Stauhitze – Ersatz durch MOSFET FH020AA verhindert 15-V-Spikes. Hinzu kommt der Sprag-Clutch (Anlasserfreilauf): knallt es beim Kaltstart, ist meist Feder T3800055 ermüdet – gleich Kit mit 18 Rollen einbauen. Ein verformter Kühler (T2106140) lässt Wassertemp steigen > 105 °C; ein Alu-Nachbau von Pro-Race spart 600 g und 6 °C.

2 | T509 955i (1999–2001) – Der erste echte 955-Big-Bore

Triumphs nächster Schritt war mehr Hubraum: Bohrung auf 79 mm, Hub auf 65 mm, 955 cm³. Der Rahmen blieb praktisch identisch, bekam aber steifere Schweißnähte an der Lenkkopfplatte. Die Speed Triple 955i leistete nun 118 PS @ 9 100 rpm und 100 Nm @ 7 000 rpm. Sagem MC2000-ECU erhöhte Einspritz­zyklus auf 16 kHz, Lambdaregelung kam erst später. Teile, die diese Generation lebendig halten:

Steuerkette T1140020 + Spanner T1140440 (hydraulisch)

Drosselklappenpoti (Pot 002) – 0,60 ± 0,02 V

Einspritzpumpe T1240800 – 43 psi Systemdruck

Brembo P4-30/34-Sättel + Scheiben 320 mm (EBC MD649)

Wartungsbasics: 10W-40 Voll­synthese alle 6 000 km; Ventilspiel 0,10 / 0,20 mm alle 12 000 km, Shims 8,9 mm. TPS-Reset nach jedem Batteriewechsel via TuneECU. Kühlmittel (OAT) alle 2 J. Radlager 6205-2RS hinten tauschen, wenn Höhenschlag > 0,4 mm. Ex-up-Klappe war noch kein Thema – Auspuff ist 4-2-1 ohne Servo.

3 | 955i (515NJ / 608) 2002–2004 – Radial-Bremsen & SSSA-Ära

Mit Modellcode 515NJ (USA → 515NJ, EU → 515NK) führte Triumph 2002 eine Einarmschwinge (SSSA) aus 6000er-Aluminium ein. Radial montierte Nissin-Vierkolben-Sättel, 320-mm Floating-Discs, Showa-Upside-Down-Gabel mit DLC-Beschichtung und ein straffer Lenkkopf-Winkel (22,8°) machten die letzte 955-Series zum echten Kurven-Brüller. Im Motor siedelte die neue Keihin-ECU mit 32-Bit-Architektur, Gebläse für Ansaugtemperatursensor und OBD-Blinkcode. Peakpower stieg auf 123 PS, Drehmoment blieb 100 Nm.

Keihin-Injektor FJ10582 – 282 cc/min

Radial-Sattel-Kit (T2025050 + Pads T2025575)

SSSA-Kettenradlager T3800430 (Double-Row)

Ölkühler T2109130 – größere Kerndicke 32 mm

Bekannte Schwächen: Lichtmaschinen-Stator überhitzt bei Tagfahrlicht + Heizgriffe – Mosfet-Regler FH020AA mit 12-AWG-Kabeln stabilisiert
 14,2 V. Der SSSA-Nadellagerbolzen frisst ohne Fett – alle 10 000 km abschmieren. Einspritzventil-O-Ringe neigen zu Ethanol-Quellung – Viton-Set T1241000 verwenden.

4 | Daytona 955i – Motorverwandtschaft & Teilekompatibilität

Die Daytona T595 (1997) und spätere Daytona 955i teilen Zylinderkopf, Kurbelwelle, Einspritzung und oftmals Getriebe mit der Speed Triple 955. Unterschiede: schärfere Nocken, 12,0 : 1 Verdichtung, 68-mm Drosselklappen und Ex-up-Ventil ab 2002. Interessant für Speedy-Tuner:

  • Daytona-Nocken T1140505/506 – +6 PS Spitze, Leerlauf bleibt ruhig.
  • 68-mm Throttle-Bodies – Plug-and-Tune via TuneECU Map 10172, AFR 13,0.
  • Daytona-Ölkühler 10-Reihen – 600 g leichter, braucht L-förmige Leitungen.

Getriebeteile sind 1:1 austauschbar, Kupplungskorb identisch. Tacho-Linien variieren, doch ABS gab es erst ab 1050-Generation. Eine Daytona-Schwinge passt in Speed Triple bis 2001 mit Distanzhülse +5,2 mm; 515NJ-SSSA lässt sich umgekehrt nicht ohne Fräsen einsetzen.

5 | Wartungsrhythmus & Verschleißteile

Triumph spezifiziert SAE 10W-40 semi-synthetisch; praxis­nah bringen Ester-Öle (Motul 7100 15W-50) 5 °C weniger Öltemperatur. Wechsel alle 6 000 km, Ölfilter T1218001 + Crush-Washer T3600035. Ventile: Shim-under-Bucket, Spiel E 0,10 mm / A 0,20 mm alle 12 000 km. Zündkerzen NGK CR9EK (Doppel-Elektrode) halten 24 000 km; Iridium CR9EIX glätten Leerlauf. Kühlerfrostschutz (OAT) alle 2 J. Radlager: 6205-2RS vorn, NKIS35 hintere Nadel – beim Reifenwechsel prüfen.

Ölfilter T1218001 / Hiflo HF204RC

Ventilshim-Kit 8,9 mm – Hotcams TRI-89

Kettensatz 18/42 Zähne – DID VMX X-Ring

Gabelöl 5 W – Motul Factory-Line 400 ml/Seite

Bremsbeläge – EBC HH FA236/FA347

Riemendichtring Lichtmaschine T3600190

6 | Typische Schwachstellen & praxisbewährte Lösungen

Regler-Gleichrichter
SH541 SU versagt → Mosfet FH020AA + Direktverdrahtung.

Anlasserfreilauf
Klackern → Sprag-Kit T1140850, Loctite 648 + 98 Nm.

Tankinnenlack löst sich (frühe Tanks)
Epoxy-Beschichtung Caswell GTS 175 µm, Filter 30 µm inline.

Lenkkopflager Pitting
All-Balls 22-1006 Kegelrollen + 6 Nm/30° Nachzug.

Radial-Sattel Korrosion
Edelstahlkolben T2025060 + Red-Rubber-Grease, alle 2 J.

Stator-Überhitzung
Rick’s Motorsport #21-111 – 20 % Kupfer mehr, Temperaturharz 200 °C.

7 | Upgrades & Performance-Pakete

  • Arrow 3-in-1 Titan – 4 kg leichter, MAP-16 % höher, TuneECU-Map 20436.
  • Keihin 68-mm Drosselklappen – 6 PS Spitze, Idle stabil, nur mit Daytona-Airbox.
  • Wilbers 641 Federbein – High/Low-Speed-Druck, Hydro-Preload, Federwahl Fahrgewicht.
  • Öhlins NIX-30 Cartridge-Kit – Gabel-Plug-in, Zug/Compression extern.
  • HyperPro RSC-Lenkungsdämpfer – progressiv, 22 clicks, rettet bei Wheely-Landungen.

8 | Ersatzteilversorgung & Szene

Triumph führt Kern­komponenten bis mindestens 2030: Motordicht­sätze, Ventilführungen, Stator-Rotor, Drosselklappen-Potis. WorldofTriumph (UK) listet NOS-Verkleidungen, Bike-Parts-Triumph (FR) zeigt Explosions­zeichnungen mit aktuellen Ersatzteilenummern. In Foren (triplantalk, rat.net) werden sprag-Freiläufe, gebrauchte SSSA-Räder und TuneECU-Map-Repositories getauscht. Hilltop-Dyno (DE/UK) bietet Flash-Mapping für 68-mm-Bodies, während TEK-Details fertige Mosfet-Kabelbäume konfektioniert.

9 | Wertentwicklung & Sammlerstatus

Die ersten 955i-SSSA-Modelle (2002-Silber) steigen pro Jahr um 8 %. T509 885 cc bleibt Kult, koppelt Preis an Originalzustand und Scheinwerfer („Bug-Eyes“). Eine 1999er Speedy mit Scorched Yellow-Lack und weniger als 30 000 km bringt 6 500 €. Matching-Numbers + OEM-Auspuff + Rechnungen über Original Triumph Ersatzteile addieren bis 20 %. Track-Umbauten verlieren Sammlerwert, es sei denn, Originalteile liegen bei. Daytona-Kupplung oder 68-mm-Drossel stören Sammler nicht, wenn TÜV-Eintragung vorhanden.

Fazit – Ersatzteile als Herzschlag des britischen Hooligan-Triples

Vom luftig-frechen T509 885 bis zum radial­gebremsten 955i-SSSA – jede Triumph Speed Triple 955 lebt von sattem Dreizylinder-Grummeln und rustikalem Kurven-Punch. Doch erst regelmäßige Wartung, sauberes Öl, freie Kühlerlamellen und passgenaue Triumph Speed Triple 955 Ersatzteile verleihen ihr Langlebigkeit und Werterhalt. Dank eines wachsenden Aftermarkets, einer passionierten Community und weiterhin guter OEM-Versorgung ist die Triple-Legende auch 2025 kein Sorgenkind, sondern ein Charakter-Bike, das moderne Elektronik-Monster mit analogen Vibes alt aussehen lässt. Ob Sie authentisch restaurieren, dezent tunen oder ein Track-Tool bauen – halten Sie sich an geprüfte Komponenten, dokumentieren jede Reparatur, und Ihr Triple fährt Sie mit Dreizylinder-Herzklopfen durch die nächsten Jahrzehnte.

Drehen Sie den Schlüssel, hören Sie den Triple aufwachen – und wissen Sie: Jede Schraube stammt aus zuverlässiger Quelle.